AktuellesVerkostungsberichte

2. Vereinstreffen der Kölner Bierhistoriker

Am 03.05.2019 trafen sich die Kölner Bierhistoriker in der Craftbeer Corner um ihr zweites Vereinstreffen abzuhalten. Wie auch beim letzten Treffen ging es inhaltlich um die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen wie der Brauschau in Münster (11. Mai) und dem Craft Beer Festival Cologne (25.&26. Mai). Im Detail ging es um Gestaltung der Ausstellerstände und die Beschaffung der dafür benötigten Materialien. Ferner ging es um eine grobe Jahresplanung für 2020. Außerdem wurden heimgebraute Biere verkostet.

1. Kölsch von Philipp

Philipp machte den Anfang mit einem Kölsch, für das er zum ersten Mal ein eigenes Rezept entwickelte. Er hielt sich an die Stilvorgaben von 11,9 °P und 5,1 % Alkohol. Vergoren wurde es mit der Wyeast Kölsch Hefe. Es wurde etwas untypisch mit Nelson Souvin gehopft, wies dadurch aber ein angenehm fruchtiges Aroma auf. Ein schönes Bier für den Einstieg.

2. Pale Ale von Philipp

Mit Philipps zweitem Bier läuteten wir auch direkt die Pale Ale-Runde, denn von diesem Bierstil sollten noch einige folgen. Sein Pale Ale braute er nur mit dem El Dorado Hopfen aus den USA und stopfte das Bier auch mit diesem 4 g/l. Es roch interessant nach Mandarine, schmeckte etwas nach Minze oder salbei-ähnlich. Für einen Tester wies es auch ein wenig Diacetyl auf. Insgesamt ein schönes Bier für warme Sommertage.

3. Pale Ale von Oliver

Oliver braut noch nicht sehr lange auf seiner Anlage und nutzte diesen Sud, um seinen Brauprozess besser einzustellen. Sein Bier stellte er auf 13 °P und 27 IBU ein. Der Comet Hopfen kam auch im Whirlpool zum Einsatz. Der optische Eindruck war schön klar, mit beständiger Schaumkrone. Im Geschmack wies es leider einen metallischen oder pflasterartigen Fehlgeschmack auf, dessen Ursprung wir auch durch intensives Forschen nicht feststellen konnten. Der Geschmack war aber sicher eine Ausnahme. Nur weiter so, Oliver!

4. Pale Ale von Nina

Nina präsentierte uns ihr erstes Bier auf ihrer selbstgebauten Anlage, die sie in ihrer Waschküche aufgestellt hat. Bereits im November 2018 gebraut, wies das Bier heute noch ein angenehm malziges Aroma auf. Der Hopfengeruch war leider schon fast verflogen. Es schmeckte außerdem aufgrund der Lagerung ganz leicht oxidiert. Es war ein gutes, rein vergorenes Bier mit einer guten Drinkability.

5. Pale Ale von Heiko

Ein Pale Ale, welches Heiko mit Mosaic bitterte und die Hopfen Styrian Caleia und Kolibri für das Aroma einsetzte. Während der Hauptgärung stopfte Heiko es mit jeweils 3 g/l der Aromahopfen. Daher roch es angenehm fruchtig nach Ananas und Maracuja. Im Geschmack kamen leichte grasige Noten durch, die allerdings nicht als störend empfunden wurden. Im Abgang war es recht trocken. Vergoren wurde mit der WLP001. Durchaus ein schön fruchtiges Sommergetränk.

6. Red Ale von Ricardo

Ricardo braute dieses Bier mit vollentsalztem Wasser, welches er dann wie gewünscht wieder aufsalzte. Die Schüttung aus halb Pale Ale Malz und halb Red X lies das Bier schön rötlich erscheinen. Die Wyeast 1084 Irish Red legte schon nach drei Stunden mit der Gäraktivität im Unitank los. Das Bier wies etwas zu wenig Kohlensäure auf, schmeckte aber angenehm malzig mit einer ausgewogenen Bittere und einem reinen Vergärungsprofil. Wir sind gespannt, wie es auf dem Craft Beer Festival Cologne in Mühlheim ankommen wird.

7. Red Ale II von Ricardo

Zum Test präsentierte uns Ricardo das zuvor getrunkene Red Ale noch einmal ohne die Tester einzuweihen, was er bei diesen Flaschen verändert hatte. Beim Abfüllen aus seinem Unitank ließ er das Bier durch 22 g Mosaic fließen. Die Tester waren sich einig, dass das Bier dadurch einen runderen, fruchtigeren Geschmack bekam und nicht so süße wirkte. Kleiner Einsatz – große Wirkung!

8. Brown Ale von Nina

Nina brachte uns noch ein Brown Ale mit, welches sie ebenfalls im November 2018 braute. Es erschien eher rötlich als braun, war aber sehr gut geklärt und besaß eine schöne Schaumkrone. Der Geruch erinnerte stark an Honig, obwohl dieser nicht zum Einsatz kam. Der Geschmack lässt sich möglicherweise durch die prägnante Malzsüße in Verbindung mit dem Hopfen Perle assoziieren. Wirklich ein gelungenes Bier, dem die Lagerung gutgetan hat.

9. Scotch Ale (80 Schilling) von Sebastian

Da Sebastian ab und zu Whiskytastings für Freunde anbietet, braute er ein leichtes Bier, welches man zwischen den Whiskyverkostungen trinken kann. Hierzu verwendete er Golden Promis, Pale Ale Malz und Röstgerste. So entstand ein leichtes Bier mit 4,4 %, welches wirklich rund schmeckte und trotz der leicht torfig-rauchigen Note eine gute Drinkability aufwies.

10. Cider von Sebastian

Weiter ging es mit einem Cider-Experiment von Sebastian. Nachdem er ein Wiess gebraut hatte, gab er 14 Liter naturtrüben Apfelsaft auf den Hefe-Bodensatz. Durch die wieder aktiv werdende Hefe, vergor sie den Saft auf 5,5 % Alkohol. Damit es nicht zu sauer wurde, gab er 340g Birkenzucker hinzu. Mit Citra wurde kaltgehopft, um ein leichtes Hopfenaroma zu erzeugen. Der Cider schmeckte sehr frisch nach Apfel und sehr süß. Sebastian gab den Tipp, solch ein Getränk lange lagern zu lassen, damit de Aromen sich besser einfügen. Wirklich ein tolles Ergebnis für dieses Experiment.

11. American IPA von Markus

Markus K. beendete die Runde mit seinem American IPA aus Februar. Die US-Hopfen Chinook, Centennial und Amarillo verliehen dem Bier ein angenehmes Aroma. Die angesetzten 70 IBU merkte man stark, passte aber im Gesamtbild gut zu den rund 7,5 % Alkohol. Außerdem wies es eine leichte Restsüße auf, die durchaus passend erschien. Nach der Verkostungsrunde mit eher leichten Bieren war dies wirklich ein starker Abschluss.

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